Um es vorweg zu sagen: Es ist mir schon ein bisschen peinlich … das was jetzt kommt. Vermutlich denken jetzt wieder so ein paar Webstrategen: “Da schau’ her – macht sich schon wieder einer seine perfekte Selbst-Promotion.” Scheisse, nein – ich schwör´s.
Was aber Fakt ist: Die erste Fassung kam umwerfend GUT an. Jawoll. Habe ich selber nicht mit gerechnet. Mein Dramaturg Ulrich Herrmann, ansonsten eher ein Script-Zerbeisser, meinte wörtlich: “Mach’ nicht mehr zuviel dran, Tom. Das Ding sitzt schon richtig gut!” Was hätte ich drum gegeben, wenn er das einmal zu einem der sechs Tatort-Drehbücher gesagt hätte, die wir schon zusammen entwickelt haben. Auch Doris Heinze, die Ex-Fernsehspielchefin des NDR, war so freundlich und hat ihren äusserst geschulten Blick über das Script gleiten lassen. Sie schickte mir ein SMS mit “Wow”. Viele weitere Reaktionen gehen in die gleiche Richtung: Überraschung und Zustimmung. Der Plot zieht und die Dialoge funktionieren. Schon jetzt!
Und so sitze ich recht ungläubig in meinem nunmehr abgekühlten Büro. Aber ich weiss auch: die Kollegen lügen nicht. Ich warte noch auf die ausstehenden 5 von insgesamt 20 Kritiken zur ersten Fassung. Dann mache ich den Schampus auf. Es ist wohl gelungen.
Kleiner Tip noch für alle, die für einen Film ohne Redaktion und/oder Förderung schreiben: Sucht euch ein starkes Feed-Back. Mir fällt bei unserer Indie-Stars Seite nämlich immer wieder auf, wie unfertig manche Drehbücher sind, die dann in der Freude und im Eifer des Gefechts zu schnell verfilmt werden. Sucht Euch Kollegen, die wissen wie ein gutes Drehbuch aussehen soll – lasst viele Freunde und Bekannte lesen und geht akribisch den Kritikpunkten nach, die öfter auftauchen. Drehbuchschreiben und -entwickeln kostet nichts. Nur Zeit. Und die solltet Ihr haben, wenn Ihr Euer eigenes Geld in Filmprojekte steckt. Das Buch muss stimmen – zu 100% stimmen. Sonst hat das Endprodukt schon vor Drehbeginn ein irreparables Manko.
So … der Autor Tom Bohn macht jetzt erst mal Pause und kümmert sich als Produzent und Regisseur um die anstehenden Dinge. Ab Anfang September begebe ich mich an die zweite Fassung.
Text und Foto: Tom Bohn