Der Name dett janzen

Heute platzte dann endlich auch der letzte Postpro-Knoten: Timo Landsiedel, ZOOM-Redakteur und Julian Reischl, Chef der Blogger von filmjournalisten.de machten mir im Schneideraum die Aufwartung. Nach Sichtung der ersten 20 Minuten waren die beiden Fachleute sehr angetan: “Sehr spannend!”. Aber es wurde etwas Grundsätzliches festgestellt: “Das Teil da ist der klassische Beginn eines Mystery-Thrillers”.

Da kratzt ich mich dann doch relativ heftig am Kopf, denn ich dachte immer, dass wir gerade einen Sci-Fi Thriller drehen. “No, Tom!” wurde ich belehrt, “damit führst du die Kinogänger aufs Eis. Sci-Fi wird sehr häufig mit Action in Verbindung gebracht …. ein Mystery Thriller kommt mit leiseren Tönen daher!” Ich musste kurz an “Shutter Island” denken und gab den beiden Theoretikern recht.

Und plötzlich war das Wirr-Warr in meinem Kopf wie weggeblasen. Wie ein offenes Buch liegt mein Film nun vor mir und der Weg zur Filmmusik und dem Sounddesign ist völlig klar. Nix Fettes, sondern Mystery: Fein, klein, zweideutig. Wie doof muss man als Regisseur sein um da nicht alleine drauf zu kommen. Ich bin lange völlig im Dunkeln getappt, habe gemerkt, dass ich irgendwie falsch denke und habs nicht gecheckt: ein typischer Fall von Betriebsblindheit.

Danke Jungs – endlich weiss ich, dass Kritiker auch eine Daseinsberechtigung haben.

Dieser Beitrag wurde unter Postproduction veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten auf Der Name dett janzen

  1. Marc Hermann sagt:

    Da muss ich aber mal nachhaken (und erstmals in diesem spannenden Blog kommentieren): Seit wann braucht Science Fiction denn notwendigerweise Action, und das auch noch zum Einstieg?

    Marc

    • Tom Bohn sagt:

      Hi Marc,
      braucht er sicher nicht … wird aber nachweislich von sehr vielen Sci-Fi Fans erwartet. Auch eine starke VFX Gewichtung wird heute vom Durchschnitts-Zuschauer beim Besuch eines Sci-Fi Movies voraus gesetzt (nicht von mir:-). Man muss, so glaube ich, aufpassen, dass man die Erwartungshaltung des Publikums nicht in die falsche Richtung lenkt. Darum ging es den Kollegen von der schreibenden Zunft. Und da haben sie sicher Recht, wie unser Test-Screeninig ergeben hat. Die dort Anwesenden hatten, auch duch unseren sehr Sci-Fi mässig gestalteten Teaser, einen völlig anderen Film erwartet und mussten erst einmal umdenken.
      Liebe Grüsse und Dank für Dein Interesse
      Tom

  2. Rodja sagt:

    Echt? Du weißt erst jetzt, dass es Mystery und nicht Sci-Fi ist? Ich habe den wirklich nie als Sci-Fi (trotz des Themas Teilchenbeschleuniger) empfunden.

    Inwieweit wirkt sich das denn jetzt auf die Arbeitsweise aus?

    • Tom Bohn sagt:

      War mir klar, dass unser österreichisches Gescheit-Ärschle da gleich wieder mittönen muss ;-)
      Aber im Ernst Rodja: Du bist ein Meister. Wir warten alle sehnsüchtig auf Deinen ersten Film. Bussi:
      Tom

  3. Rodja sagt:

    http://relevant.at/society/vips/65813/heiner-lauterbach-independent-mystery-thriller.story – Du hättest mir damals schon sagen können, dass das eigentlich Sci-Fi sein sollte.

  4. Julian sagt:

    Da bereitet man gemütlich einen Blogeintrag über Filmfinanzierung vor, will auch ganz unauffällig auf Reality XL hinweisen, ruft den Blog auf – und sieht sich gleich als erstes selbst in die Kamera grinsen! Uaaah, der Schock!

    Aber danke nochmal für die Einladung, insbesondere auch an Timo fürs Organisieren! Ich hatte eine tolle Zeit bei Euch und freue mich sehr, dass wir gemeinschaftlich und mit (sauleckerem) Cappuccino die Genrefrage in die richtigen Bahnen lenken konnten.

    An dieser Stelle: Frohe Ostern!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>