Dem Regisseur ist nix zu schwör!

Nachdem unser Blog-Wart Eric schon richtig gemutmasst hat, dass ich einige der DCPs selber bei den Kinos vorbeigefahren habe (der größte Teil ging allerdings zu UPS:-), habe ich heute in einer schnuckeligen Garage, man höre und staune, 20.000 Programmhefte sortiert, verpackt und zum Versand an unsere bundesweit verstreuten Kinos bereit gestellt. Morgen kommt Stefan, dem ein großes Kurierunternehmen gehört, und nimmt die Dinger mit.
Wenn ich einen von Euch im Kino erwische, der mit meinen handsortierten, liebevoll versandten Programmheften nicht respektvoll umgeht, dann kriegt der von mir persönlich TEXT :-) Mann, tut mir jetzt gerade vom Bücken das Kreuz weh. Thats real Indie-Feeling … Halleluja!

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In einem Monat sind wir drin!

Bald ists geschafft: in einem Monat (am 12.01.) sind wir mit Reality XL im Kino. Vorgestern habe ich die DCP nach Augsburg zum Cinemaxx gebracht. In den riesigen Hallen dieses bildschönen Kinos hats mir erst mal die Sprache verschlagen. Jerome, der freundliche Filmvorführer, schwebte im gläsernen Aufzug ein und nahm Film und Werbematerial in Empfang … ich war platt: In diesem Filmpalast werden wir laufen und am 14.1. auch persönlich Autogramme und Infos geben.
Bundesweit haben wir 16 dieser Multiplexe, die REALITY XL zeigen werden, in dem von Kaufering hängt schon unser Plakat. Auch da werden wir am 14. mit den Schauspielern Station machen.
Wie kommt unser Werk an, werden genügend Leute da sein oder gehen wir schon am Startwochenende baden? “Denk positiv”, rät mir meine Frau regelmässig und das tue ich auch fleissig. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich in einem Monat zufrieden auf dem Sofa sitzen, auf dem ich jetzt gerade den Blog schreibe und gute Zahlen aus dem Internet lesen. Und dann werde ich merken, dass es sich gelohnt hat, dieses Teil selber zu stemmen. Obwohl: das spüre ich schon heute. Es ist einfach geil sein Ding zu machen. Vor allem, wenn man damit durchkommt.

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Wie doof ist der Zuschauer?

Das ist immer wieder die Gretchenfrage die sich stellt. Oder formulieren wir es positiv: Kann man den typischen deutschen Kinogänger in Inhalt und Betrachtungsweise fordern oder sollte man besser mit Altbekanntem aufwarten?
Wir haben beim Buch, Dreh und in der Vermarktung von REALITY XL beschlossen unsere Mitmenschen für neugierig und anspruchsvoll zu halten. Man wird sehen, ob dies ein Fehler war.
Für einige unserer Kollegen haben wir uns deswegen mit REALITY XL zwischen die Stühle gesetzt. Erst letzte Woche spürten wir wieder die gebündelte Berufserfahrung eines Kinobetreibers: “Das da ist für unser Klientel zu anspruchsvoll” Nun denn, dann eben nicht.
Ist es eigentlich ein Verbrechen seine Mitmenschen für minderbemittelt zu halten (dann müssten gut die Hälfte unserer Fernsehmacher bereits im Knast sitzen) oder ist es professionell, weil realistisch?
Wie geht man an ein Kinoprojekt heran? Drehe ich für die Doofen? Also für die , die nur wegen “Krach-Bumm-Peng” ins Kino gehen oder fürs “Ha-Ha”? Gibt es die überhaupt? Oder ist das ein Popanz derer, die es sich zu einfach machen?
Immer wieder hören wir: “Ein anspruchsvoller Film!” Mit meist positivem Unterton. Wir wünschen uns daher ein anspruchsvolles Publikum. Die Doofen, wenn es sie überhaupt gibt, sollen unserem Film bitte fern bleiben.
Viellicht drucken wir es noch auf Kinoplakat: “Nicht für Doofe”. Oder anders: “Ab IQ 100″. Wäre doch nur schlüssig: Neben der Altersfreigabe richten wir jetzt auch eine IQ-Freigabe ein. Das stemmt die FSK sicher auch noch.
Dann kann man mit dem Zertifikat “Freigegeben auch für Doofe” viel Zeit sparen. Denn so ein Film ginge überall glatt und ohne Sichtung durch. Obwohl, wir haben ja schon sowas – nur anders herum. “Prädikat: wertvoll” oder “besonders wertvoll”.
Aber was riet mir vor Beginn unserer Vermarktung ein sehr erfahrener Verleiher: “Wenn Ihr ein Prädikat für Euren Film kriegen solltet, druckt es ja nicht aufs Plakat. Sonst geht die Hälfte des Publikums gar nicht erst rein.”
Es ist gar nicht so einfach mit dem Publikum, merke ich gerade. Irgendwie doof.

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Ein trauriger Anruf

Heute rief mich ein Regie-Kollege an, den ich länger schon nicht mehr gesprochen hatte. Er erkundigte sich nach der Entwicklung unseres Indie-Projektes REALITY XL und erzählte dabei auch, wie er mit der Einreichung von einem “guten Stoff” bei einem öffentlich-rechtlichem Sender gescheitert ist.
Nun mag es sehr relativ sein, was mein Kollege so als “gut” bezeichnet, aber er ist wirklich bekannt, hat einiges an Preisen gewonnen und gilt als Querdenker in der Branche. Seiner Meinung nach setzen sich in den Sendern immer mehr die Verwalter durch, also Kollegen, die nichts mehr riskieren sondern auf die sichere Nummer setzen. Was sollte ich sagen?
Ich bin seit mehr als einem Jahr senderfern unterwegs, mache Kino, drehe im Frühjahr gleich den nächsten Film für die grosse Leinwand und fabriziere in der Zwischenzeit Spots für die freie Wirtschaft. Und mir geht’s gut dabei. Vor allem mental, denn ich muss nicht, wie mein Kollege, von Redaktion zu Redaktion laufen um an Jobs zu kommen.

Wie richtig war es, die Initiative zu übernehmen und selbst was auf die Beine zu stellen. Wa! Gottseidank habe ich’s, trotz übervoller Hosen, getan. Die Erfahrungen mit REALITY XL sind Gold wert und auch die vielen guten Kollegen die ich während meiner Produktions- und Verleihzeit getroffen habe und immer noch treffe, eröffnen mir neue Horizonte.

Also habe ich meinem Anrufer gesagt, dass wohl nicht die Trägheit seines Umfeld sein Problem ist, sondern seine eigene. Es zwingt ihn niemand auf dem schon eingetreten Weg weiter zu latschen, bis er blutige Füsse hat. Er kann sich entscheiden etwas Neues zu probieren. Und daher sollte er an seiner eigenen Courage arbeiten, anstatt sie von anderen für seine eigene Arbeit einzufordern.

Es ist leicht auf die anderen zu zeigen – es ist schwer sich selbst an der Nase zu packen. Es werden sicher noch harte Zeiten vor und nach dem Kinostart von REALITY XL kommen. Wenn ich dann anfangen sollte hier im Blog über Andere oder die Umstände zu jammern, dann bitte ich eine gute Seele mich an diesen Artikel hier zu erinnern.

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Es presst !

So langsam kommt unsere Pressearbeit in Gang. Erste Resultate sind ermutigend: Max Tidof wurde vom ARD-Buffet eingeladen und darf fünf Minuten bundesweit über REALITY XL erzählen. Filmausschnitt inclusive.
Die Kollegen vom ZDF “Leute Heute” interviewen Heiner zu seiner Rolle bei uns und auch die ersten Radiosender haben wir an Bord. Zu uns gestossen ist PR Spezialistin Emami und unterstützt die gute Nue bei ihren Kontakten zur überregionalen Presse. A warm welcome!
So langsam erreichen wir alle Betriebstemperatur. Es macht Spass in die Redaktionsstuben zu laufen und laut das “Indie-Lied” zu singen. Die ungläubigen Blicke und das feine Schmunzeln der Journalisten lassen auf eine geneigte Presse hoffen. Verdient haben wir sie allemal!

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